Samstag, 2. Juli 2011

Obazda, Obatzda oder Obatzter

Egal wie man ihn schreibt - an seinem tollen Geschmack ändert das nichts. Dabei kenne ich diese ursprünglich aus Bayern stammende Käsecreme noch gar nicht so lange. Mein Freund hat mir mal davon erzählt und welchen aus dem Supermarkt mitgebracht. Von da an war es um mich geschehen.

Selbst machen kann man Obazda natürlich auch. Das hat den Vorteil, dass man alle benötigten Zutaten in jedem kleinen Supermarkt finden sollte. Außerdem schmeckt er gleich viel besser.

Übrigens: Wir mögen ihn am liebsten als Brotaufstrich (auch am Frühstückstisch). Wie und zu welcher Tageszeit mögt ihr Obazda gern bzw. wie ist das traditionell (vielleicht verirrt sich ein Bayer hierher)?



Zutaten für 4 Portionen:
300 g Camembert, weich und gut durchgereift
50 g Butter, weich
2 EL helles Bier
1 Zwiebel
½ Bund Schnittlauch
1 EL Paprikapulver, edelsüß
½ TL Kümmel, gemahlen
Pfeffer
Salz

Den Camembert entrinden, das weiche Innere in eine Schüssel geben und mit einer Gabel zerdrücken. Die Rinde sehr klein schneiden und dazu geben (wer sie nicht mag, kann sie auch weglassen). Die Butter und das Bier in die Schüssel geben und alles zu einer cremigen Masse verrühren.

Die Zwiebel sehr klein würfeln und ebenfalls in die Schüssel geben. Mit dem Paprikapulver, dem Kümmel, dem Pfeffer und dem Salz abschmecken und gut verrühren.

Den Schnittlauch in Röllchen schneiden und den Obazda damit bestreuen.


Meine Anmerkungen:
Die Camembert-Rinde wurde im Originalrezept einfach unterschlagen. Da ich sie mich jedoch nicht stört, habe ich sie klein geschnitten und untergerührt. Man muss den Käse jedoch schon entrinden, da er sich sonst schlecht zerdrücken lässt.

Mit der Wahl des Bieres kann man sehr gut den Geschmack variieren. Ein stärkeres Bier schmeckt man natürlich mehr heraus. Bei Wikipedia habe ich gelesen, dass man Obazda länger genießen kann, wenn man die Zwiebeln vorher leicht andünstet. So soll verhindert werden, dass sie ein bitteres Aroma entfalten.

Besonders hübsch wirkt es meiner Meinung nach, wenn man die Creme mit einem Eiskugelformer zu Kugeln formt und in Schälchen serviert.



Nach KOCHEN! Das gelbe von GU

Kommentare:

Frau Saltimbocca-Lüdenscheidt hat gesagt…

Wir Bayern essen ihn gern zur Brotzeit, am liebsten auf reschen Brezn und a gscheids Bier dazu.
Den Brie hab ich noch nie entrindet, einfach alles zerdatschn geht auch.

Lillebi hat gesagt…

Juchu, eine echte Bayerin! :-)

Echt, das geht? Vielleicht habe ich mich einfach blöd angestellt. Brie ist natürlich auch eine Variante.

lamiacucina hat gesagt…

Derart gekugelt sieht er wirklich viel hübscher aus !

Frau Saltimbocca-Lüdenscheidt hat gesagt…

Also ich machs immer mit Brie. Allerdings kenn ich auch keinen Unterschied zwischen dem und Camenbert ;)
Vom Entrinden hab ich heute bei dir das erste mal gelesen, ich glaub bei uns macht das keiner. Darf ich fragen woher du das Rezept hast?

Ina hat gesagt…

Exakt: klassisch als Brotzeit mit Brezn. Aber ich hab ihn mittlerweile auch schon oft beim Weißwurstfrühstück als vegarisches Essen gesehen, geht also genauso! ;)

Den Käse schneid ich übrigens auch nur insgesamt in etwas gröbere Scheiben und zerdrück ihn dann mit der Gabel. Entrindet hab ich ihn noch nie und würde die kleinen festen Stückchen im Obazdn (in Franekn übrigens Gerupfter genannt) auch vermissen.

Aber sehr schön, dass du ihn nicht mit zuviel Kümmel überlädst, das mag ich nämlich gar nicht an gekauftem, dass er meist nur noch nach Kümmel und sonst gar nichts schmeckt... ;)

Liebe Grüße,
Ina

Eva hat gesagt…

Als Münchner Kindl fühle mich hier natürlich angesprochen: Obazda ist für mich ein Muss im Biergarten, mit einer Riesenbrezen und einem Radler. Die Zwiebeln unbedingt vorher anschwitzen, und den Obazda eventuell mit frischen Frühlingszwiebel-Ringen garnieren. Der Camembert muss unbedingt ganz ganz reif sein, und ich schneid ihn immer komplett in Würfel, zerdatscht wird er beim Einrühren von Butter bzw. Frischkäse und Bier dann eh noch. Jetzt krieg ich doch glatt ein bisserl Heimweh.. Ein sehr schönes Foto übrigens!

Verboten gut ! hat gesagt…

So eine Portion würde ich gerne mal mit ner Laugenbretzel vernaschen ;o)

Lillebi hat gesagt…

@ lamiacucina: Danke schön! Mir gefällt er so auch etwas besser.

@ Frau Saltimbocca-Lüdenscheidt: Also die Form ist auf jeden Fall anders und laut Wikipedia soll Camembert einen etwas niedrigeren Fettgehalt haben. Wieder etwas dazu gelernt. ;-)

Das Rezept habe ich aus dem großen gelben Kochbuch von GU (steht auch drunter).


@ Ina: Komisch mit dem Zerdrücken. Vielleicht war meiner einfach noch zu jung oder zu gut gekühlt. Beim nächsten Mal versuche ich es nach deiner Methode. :-)

Ich bin gar kein Kümmelfan, habe mir aber extra für dieses Rezept welchen gekauft. Und mich dann ganz langsam rangetastet.

@ Eva: Vielen Dank für deine Tipps. Das mit den Zwiebeln werde ich mir merken. Schön, dass dir mein Foto gefällt. :-)

@ Verboten gut!: Leider ist nichts mehr übrig. :-|

Paprika-Frank hat gesagt…

Also ich kenne Obazda auch nur mit Rinde, außerdem mit etwas mehr Paprikapulver, so dass er ein typisch rotes Aussehen bekommt. Ich stamme zwar nicht aus Bayern, aber immerhin liegt Baden-Württemberg zum Glück deutlich unterhalb des Weißwurst-Äquators, so dass man auch hier einen guten Obazda bekommt. Ein gutes Pils darf natürlich nicht fehlen ;-)